Jóhanna Kristín Yngvadóttir (1953-1991)
Jóhanna Kristín Yngvadóttir wurde 1953 in Reykjavík geboren. 1972-1976 studierte sie an der isländischen Kunsthochschule, 1976-1977 an der De Stitching de Vrije Academie in Den Haag, und 1977-1980 an der Rijksacademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam, den Niederlanden. In den frühen 80ern kam es zu einem Wiederaufleben in der Malerei als die „New Wave“ oder das „New Painting“ Europa überrollte. Die Ursprünge stammen aus Deutschland und Italien. Ebenso wie neue Maler bewertete Jóhanna Kristín Yngvadóttir den Expressionismus neu und nutzte ihn als Ausgangspunkt ihrer eigenen Kreativität. Ganz besonders wendete sie sich dabei der „Die Brücke“ Gruppe zu, welche 1905 in Dresden gegründet wurde. Die einfühlsame und unbefangene Interpretation ihrer Themen offenbart eine Neigung für Werke des norwegischen Malers Edward Munch (1863-1944).
In ihren Arbeiten bekräftigte Jóhanna Kristín für gewöhnlich nicht formell die äußere Erscheinung oder Features ihrer Modelle. Stattdessen machte sie Gebrauch von den Dingen des Alltags – Menschen, die um sie herum waren und nicht zuletzt sich selbst – um die tiefe menschliche Wahrheit jenseits des Weltlichen zu interpretieren. Dieser empfindsame emotionale Einblick und diese Interpretation spielt mit der ganzen Scala der Gefühle, aber im laufe der Zeit nahmen Leid, Angst und Verzweiflung den meisten Platz ein. Sie nutzte die innere und äußere Wahrheit ähnlich einem Rohstoff um tief verwurzelte Emotionen zu vermitteln. Und die konzeptionelle Welt auf ihren Gemälden ruft oftmals eine Gänsehaut hervor. Yngvadóttir verstarb im Mai 1991, nach immer wiederkehrender schwacher Gesundheit. |